Flüchtlingskrise

 Ich habe mit Beginn der "Flüchtlingskrise" eine sofortige Analyse der Fluchtursachen vermisst. Nur wenn die Fluchtursachen abstellt werden, kann man den Menschen tatsächlich helfen. Ich glaube, dass die wenigsten Menschen ihre Heimat leichten Herzens verlassen haben.

 

Im Falle der "Wirtschaftsflüchtlinge" wurde die Ursachenanalyse nachgereicht. Man sprach von Auswirkungen der Kolonialzeit, wirtschaftliche Ausbeutung durch unfaire Handelsverträge, Unterstützung von schädlichen politischen Systemen. Es ist zu hoffen, dass diese Einsichten die Lage in den betroffenen Ländern bald verbessert.

 

Im Falle der "Kriegsflüchtlinge" fehlen mir diese selbstkritischen Einsichten. Das liegt wohl auch daran, dass wir kräftig an den Fluchtursachen mitgewirkt haben und weiter mitwirken. Rohstoffkriege,  Bekämpfung und Absetzung unliebsamer Regierungen, Erweiterung der Einflusssphäre, Umzinglung von Gegnern bringen den Völkern Tod und Zerstörung.  Erst schult und rüstet man Gruppen wie Al-Qaida und IS, weil sie Gegner aus dem Weg räumen sollen, bis man schließlich gezwungen ist gegen die ehemaligen "Freunde" vorzugehen und das alles auf dem Rücken der Bevölkerung.

 

Es ist wichtig den Flüchtlingen hier zu helfen. Ich halte es aber auch für absolut notwendig immer wieder zu erklären, warum die Menschen fliehen mussten, damit diese unmenschliche Politik aufgegeben wird. Nur wenige Politiker sprechen die Probleme an, deshalb sehe ich auch hier eine Aufgabe der Kirchen als öffentliches Gewissen. Es kann doch nicht sein, dass wir laufend Wunden verbinden, uns dabei großartig vorkommen, aber weiter aus allen Rohren schießen. Anders ausgedrückt: bisher habe ich immer nur die barmherzigen Samariter gehört, nicht die Propheten.

 

Um den durch Armut oder Krieg bedrohten Flüchtenden gerecht zu werden, scheint es mir notwendig, sie von der Gruppe der Einwanderer zu unterscheiden.

 


Lesen Sie bitte weiter:

Soziale Ungerechtigkeit

Überbevölkerung