Kirche

Auf dieser Seite werde ich einige kritische Anmerkungen zu Kirche, Gottesdienst, Ritualen, Bibel usw. machen. Dazu finden einige Angaben zu meiner Person und Gedankenwelt, damit ich nicht völlig missverstanden werde. Mit lobenden Anmerkungen halte ich mich zurück, es würde zusätzliche Lesezeit kosten und die Angesprochenen machen selbst genug und bessere Werbung. 

 

Hubkapelle Penzberg
Hubkapelle Penzberg

Vorbemerkungen

Landeskirche Kurhessen-Waldeck

Mehr als 60 Jahre bin ich mit wechselnden Aufgaben ehrenamtlich in der Evangelischen Kirche tätig. Kurz nach meiner Konfirmation wurde ich Kindergottesdiensthelfer, dann Jugendleiter. In unserer Gemeinde hatten wir einen nüchternen und klugen Pfarrer, der mich sehr unterstützt hat. Es wäre ein eigenes, langes Kapitel über diese Zeit zu schreiben.

 

Eine lustige Geschichte die mir mein damaliger Pfarrer bei der Vorbereitung eines Kindergottesdienstes vor mehr als 60 Jahren mitgab habe ich nie vergessen. Erzählung im Kindergottesdienst: „Liebe Kinder, es ist braun, hat einen buschigen Schwanz, rennt ganz schnell am Baum hoch und springt behände von Ast zu Ast. Lieber Max, was meinst Du, was das ist?“ Max (gedehnt und überlegen): „Ich würde ja sagen es ist ein Eichhörnchen, aber wie ich Euch hier kenne ist das sicher wieder das liebe Jesulein.“

 

Schweiz

Für sieben Jahre wurde mein ehrenamtliches Engagement unterbrochen, nachdem ich mit meiner Familie in die Schweiz gezogen war. Der zuständige Baseler Pfarrer bedeutete mir, dass er mich nicht gebrauchen könne, weil ich mit meiner schriftdeutschen Aussprache wohl Kinder und Jugendliche erschrecken würde.

 

Penzberg

Wieder in Deutschland wollte ich gern Kindergottesdienste übernehmen aber man hatte schon genug weibliches Personal. Mit sanftem aber anhaltendem Druck überredete man mich schließlich die Leitung des Posaunenchores zu übernehmen, obwohl die Voraussetzungen bei mir dafür nicht optimal waren. Nach langem Zögern habe ich mich an die Arbeit gemacht, die bald meine gesamte Freizeit, einschließlich Urlaub, ausfüllte.

 

Marie-Luise als Kirchenmusikerin

So schnell wie möglich habe ich meine Frau in den Posaunenchor als Posaunistin aufgenommen. Sie hatte von Kindesbeinen an Klavier gespielt. Das war eine gute Voraussetzung beim Dekanatskantor Orgelunterricht zu nehmen. Nun spielt sie über 30 Jahre Orgel in Gottesdiensten und ich spiele fast immer mit der Trompete dazu. Es gab Zeiten, das waren wir jeden Sonntag mindestens in einem Gottesdienst, weil wir in mehreren Gemeinden engagiert waren. Inzwischen – älter geworden – haben wir unsere Einsätze etwas reduziert.

 

Gottesdienstteilnahme

Damit wollte ich andeuten, dass meine Frau und ich öfter in Gottesdiensten sind, als die meisten „normalen“ Gemeindemitglieder. Wir haben auf diese Weise einige Gemeinden und viele Pfarrer kennen gelernt. 

Voraussetzungen

Bei meinen Überlegungen gehe ich davon aus, dass

  • Organisationen – und damit auch die Kirchen - einem natürlichen Selbsterhaltungs- und Expansionstrieb unterliegen. Das führt dazu, dass manche wünschenswerten Änderungen nicht durchsetzbar sind. Diese Triebe gibt es schon beim Einzeller, dem unterliegen alle Individuen und beherrschen Organisationen.
  • Organisationen dürfen nicht zu einfach und durchschaubar strukturiert sein. Sie benötigen komplexe Regeln (Glaubenssätze), mit denen sie Mitglieder bei der Stange halten können. Das erfordert einen ausgedehnten Katalog von Glaubensbekenntnissen und Dogmen.
  • Menschen haben sehr unterschiedliche Vorstellungen bezüglich Glauben, Kirche und Religionen. Ich habe Bekannte, die Dinge für unverzichtbar halten, die ich ablehne und umgekehrt.

Deshalb bin ich mir bei meiner Kritik und Vorschlägen ständig bewusst, dass meine Vorstellungen nicht unbedingt von vielen Menschen geteilt werden. Dennoch werde ich mir hier Mühe geben meinen Standpunkt zu erklären, weil ich schon vor vielen Jahren die Diagnose gestellt habe:

Mit der Kirche geht es bergab. Kirchenaustritte, Besucherzahlen von Gottesdiensten scheinen das zu belegen. Auch der Einfluss von Religion auf die Erziehung unsere Kinder schwindet. Ich finde: da sollte man etwas dagegen tun. Man sollte die Reformation nicht nur schön feiern, sondern auch eine Reformation 2.0 anstoßen.

Meine Gedanken kommen oft bewusst aus der Perspektive von „Kirchenfernen“, denn die „Kirchenfernen“ werden demnächst die Zahl der „Insider“ übertreffen.