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Überbevölkerung - Zitate der Biologin Lynn Margulis

Dem Buch "Der symbiotische Planet oder Wie die Evolution wirklich verlief" von Lynn Margulis habe ich die unten stehenden, kursiv gesetzten Zitate zum Thema Überbevölkerung entnommen.

 

Lynn Margulis Forschungsschwerpunkt war die Endosymbiontentheorie. Es dauerte Jahrzehnte, bis Lynn Margulis' Entdeckungen als Fakten anerkannt wurden.

 

Sie musste - als Frau - lange um ihre akademische Anerkennung kämpfen.

 

Das Buch ergänzt die Darwin'sche Evolutionslehre bzw. beginnt vor seiner Evolutionslehre bei den Einzellern. Neben ihren Forschungsergebnissen erfährt man auch etwas über ihre Lebensgeschichte.

 

Die Evolutionsforschung sollte viel besser verstanden werden. Ja, wir Menschen sind tatsächlich aus der Evolution hervorgegangen, aber sie begann nicht erst beim Affen oder auch bei den Säugetieren. Wir haben uns aus einer langen Reihe von Vorläufern und letztlich aus den allerersten Bakterien entwickelt.

 

Leben ist ein Phänomen von globalen Ausmaßen, und die Erdoberfläche ist seit mindestens drei Milliarden Jahren lebendig. Die Anmaßung der Menschen, Verantwortung für die lebende Erde zu übernehmen, erscheint mir lächerlich – es ist die Rhetorik der Machtlosen. Unser Planet sorgt für uns, nicht wir für ihn. Unser aufgeblasenes moralisches Gebot, eine widerspenstige Erde zu zähmen oder unseren kranken Planeten zu heilen, zeigt nur unsere maßlose Fähigkeit zur Selbsttäuschung. In Wirklichkeit müssen wir uns vor uns selbst schützen.

 

Das Bevölkerungswachstum kommt immer irgendwann zum Stillstand, weil niemand seine eigenen Abfälle essen oder einatmen kann. Populationen brechen zusammen, oder ihr Wachstum schwächt sich ab, weil Hindernisse auftauchen. Diese Begrenzung des Wachstums ist genau das, was Charles Darwin mit »natürlicher Selektion« meinte.

 

Kein Einschlag eines Planetoiden, keine Atombombenexplosion hat die Erde als Ganzes jemals ernsthaft bedroht. Wir Menschen beweisen unsere Dominanz bisher nur auf eine einzige Art: durch Ausbreitung. Wir sind nach wie vor unverschämt, grob und unmündig, auch wenn wir immer zahlreicher werden. Unsere Zähigkeit ist eine Wahnvorstellung. Haben wir so viel Klugheit und Disziplin, dass wir unserem Hang zu unbeschränkter Vermehrung widerstehen werden?

 

Die Erde wird nicht zulassen, dass unsere Bevölkerung immer weiter zunimmt. Unbegrenzt wachsende Populationen von Bakterien, Heuschrecken, Küchenschaben oder Gräsern brechen immer irgendwann zusammen, erstickt in ihren eigenen Abfällen, die eine Folge von Übervölkerung und Nahrungsmangel sind. Dann folgen Krankheiten, Populationen der »anderen«, die sich ebenso opportunistisch vermehren, nachdem sie durch zerstörerische Verhaltensweisen und sozialen Zerfall einen Wink erhalten haben.

 

Wir Menschen gleichen unseren Mitbewohnern auf der Erde. Wir können der Natur kein Ende setzen, sondern nur zu einer Bedrohung für uns selbst werden. Die Vorstellung, wir könnten alles Leben zerstören, einschließlich der Bakterien, die in den Wassertanks von Kernkraftwerken oder in siedend heißen Quellen gedeihen, ist lächerlich. Ich höre unsere nichtmenschlichen Verwandten schon kichern: »Wir sind ganz gut ohne euch zurechtgekommen, bevor wir euch kennengelernt haben, und wir werden auch jetzt ohne euch zurechtkommen«.