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Evolution - gnadenloser Überlebenskampf oder Kooperation und Symbiose?

Aufbau einer tierischen (menschlichen) Zelle
Aufbau einer tierischen (menschlichen) Zelle

Heute wird die Evolution noch oft mit dem »Kampf ums Dasein« oder das »Recht des Stärkeren« gleichgesetzt. Dabei beruht alles Leben auf unserem Planeten in erster Linie auf Symbiose. Das möchte ich hier stark vereinfacht darstellen, einige Beispiele:

  • Bestäubung von Pflanzen durch Insekten
  • Flechten sind Lebensgemeinschaften von Pilzen und Algen
  • Magen- und Darmbakterien ermöglichen die Verdauung

In der Evolution sind es nicht die Stärksten und Größten die überleben, sondern die optimal Angepassten. Sonst gäbe es beispielsweise keine Insekten und Kleintiere. Hoimar von Ditfurth hat einmal folgendes Beispiel gebracht: Segelschiffe sind nicht deshalb als große Transportschiffe von den Weltmeeren verschwunden, weil sie alle von Dampfschiffe gerammt und versenkt wurden, sondern weil Dampfschiffe nützlicher waren.

 

Bausteine des Lebens

Alle chemischen Elemente sind durch Kernfusion in Sternen überwiegend aus Wasserstoff entstanden und wurden bei Sternexplosionen im Weltall verteilt. Je nach Reaktionsfähigkeit und Umgebungsbedingungen bildeten sich daraus teilweise chemische Verbindungen. Von besonderem Interesse als Lebensbausteine sind die organischen (Kohlenstoff-) Verbindungen. Aus Letzteren entstanden vor etwa 3,5 Milliarden Jahren in noch nicht lückenlos geklärten Prozessen die ersten und erfolgreichsten Lebensformen, die Bakterien.

 

Große Bakterien haben kleinere Bakterien aufgenommen. Sie wurden nicht verdaut, sondern die beiden Einzeller lebten symbiotisch zum gemeinsamen Vorteil miteinander, weil sie sich in ihren Funktionen ergänzten. Aus diesen Symbionten sind im Laufe der Entwicklung die ersten pflanzlichen und tierischen (⇒ menschlichen) Zellen entstanden, die nun durch die Symbiose wesentlich leistungsfähiger waren, als die ursprünglichen Bakterien.

 

So beruht alles tierische und pflanzliche Leben auf Symbiose und Kooperation. Die Endosymbiontentheorie ist noch ein relativ junger Zweig der Evolutionsforschung und in der Allgemeinheit wenig bekannt. So bestehen unsere Körperzellen aus ehemaligen Bakterien. Aber wir leben auch mit etwa 2 kg »freilebenden« Bakterien symbiotisch zusammen. Ein Durchschnittsmensch besteht aus etwa 30 Billionen menschlicher Zellen und beherbergt etwa 39 Billionen Bakterien (früher schätzte man die 10-fache Menge).

 

Die Natur zeigt uns in ihrem inneren Aufbau, dass man mit Zusammenarbeit und Kooperation bei aller Verschiedenheit weiter kommt. Was wir derzeit gesellschaftlich und politisch erleben ist das genaue Gegenteil. Der Kern unseres Wirtschaftssystems ist der Konkurrenzkampf und das Ausschalten der Schwächeren. Weltweit gehen Regierung hasserfüllt, hinterhältig, drohend und kriegerisch aufeinander los. Menschliches Leben ist in diesem Spiel nicht wichtig, der Weltfrieden ist in Gefahr.

 

Es ist so eine nebulöse Idee von mir: vielleicht sind diese Aggressionen eine ganz natürliche Abwehrreaktion, weil die Spezies Mensch die Erde übervölkert und wie ein riesiger Parasit überfallen hat. Wenn keine Vernunft und Kooperation einkehrt, muss wohl die Menschheit mit den hervorragenden Werkzeugen der Rüstungsindustrien dezimiert werden.

 

Ich habe in diesem Abschnitt nur wenig Grundsätzliches über Symbiose und Endosymbiose geschrieben, ausführlicher sind folgende Texte:

 


 Scobel: Die Macht des Miteinander - Symbiosen sind die Voraussetzung für Biodiversität Doku (2018)

Ein ausgezeichneter Beitrag zu  einem relativ jungen Forschungsbereich der Evolution (Endosymbiontentheorie).