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Gott ist gegenwärtig ...

Man soll sich kein Bildnis [1] von Gott machen aber unsere Gedanken und Vorstellungen sind von Bildern geprägt. Für manche Menschen ist es der weißhaarige, bärtige »Liebe Gott«, dessen Thron im Himmel steht und dessen Füße auf dem Erdkreis ruhen, der alles sieht und hört, was wir so anstellen und für die Endabrechnung in ein dickes Buch schreibt.

 

Viele Menschen können damit nichts mehr anfangen und bezweifeln auch deshalb alles, was mit Religion zusammenhängt.

 

Gottesvorstellungen sind zeitgebunden. Wenn die Menschen zu biblischen Zeiten ein Gottesbild aus ihrer Weltsicht erdacht haben, so dürfen und müssen wir das heute auch. Wir sollten uns zeitgemäße Vorstellungen von der Allgegenwart Gottes machen.

 

Wenn jemand an der abgebildeten Darstellung vom  »Lieben Gott« glauben kann, dann ist das für mich in Ordnung, doch sollten die Kirchen den Menschen glaubwürdigere Bilder vorstellen, angefangen beim Glaubensbekenntnis (... er sitzt zur Rechten Gottes ...).

 

Dieser Wunsch ist scheinbar leicht zu erfüllen, da viele Menschen schon neuzeitlichere Vorstellungen haben. Für die Kirchen könnte es allerdings ernste Probleme mit der Trinitätslehre geben und wichtige Glaubenssätze der Kirchen sind eng mit dieser Lehre verbunden. 

 

Die Trinitätslehre wurde von Theologen zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) durch mehrere Konzile und Synoden entwickelt.

 

Einige liturgische Ausdrucksformen - inhaltliche und  äußerliche - vermitteln mir, dass man Gott nicht »mitten unter uns« , sonder ganz, ganz weit weg im  »Himmel« sieht. Für mich sind im Gottesdienst Predigt, Lieder und Instrumentalmusik wichtig, liturgische Gesänge ausdrücklich ausgenommen. 

 


[1] Gemeint ist wohl ein Bildnis zum Anbeten wie zum Beispiel das "Goldene Kalb"